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BUGA – Bauseweins Unvollendete Garten Anlagen

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Es war einmal – vor gar nicht allzu langer Zeit – ein Stadtfürst, der seine Stadt, die in die Jahre gekommen war, aufpäppeln wollte. Die eigenen Schatztruhen aber waren leer. Also musste eine zündende Idee her, damit die Kaiserin des Reiches und der König des Landes ihm die Auffrischung seiner Stadt Erfordia bezahlen mögen.

Der Fürst erinnerte sich daran, dass sein Erfordia ja schon lange den Beinamen Blumenstadt trug und einst eine Gartenbauausstellung von internationalem Ruf, eine IGA, beheimatete. Diese sollte zwar schon mal platt gemacht werden, aber zahlreiche aufmüpfige Gärtner, Bauern und Bürger verhinderten dies. Man einigte sich damals salomonisch darauf, alles etwas kleiner zu gestalten und nur den Namen als Ausdruck örtlichen Lokalkolorits entsprechend anzupassen. So wurde aus der IGA eben die EGA.

Doch für Geld aus dem Reich, aus den Schatzkammern von Kaiserin und König, zu erhalten, braucht reicht Lokalität wiederum nicht aus. Vielmehr braucht es hierzu auch das Wohlwollen der anderen Herrscher im Länderbund. Eine kleine Ausstellung genügt hierbei ebenfalls nicht, es bedarf schon einer „großen Schau“. Und was ist dann naheliegender, als aus der EGA eine BUGA – eine Bundes-Garten-Schau – zu machen?

Die Weisen und Klugen des Fürsten erinnerten daran, dass man bei der Gelegenheit eine Festung auf einem Berg, ziemlich zentral in der Stadt gelegen, aus dem Dornröschenschlaf erwecken könne. Beim Blick in die Annalen der BUGA konnte man lesen, dass sich ja die naheliegende Residenz Gera bereits anno 2007 durch die geschenkten Taler aufgehübscht hatte. Und deshalb war es umso vortrefflicher, dass ja der durch die Stadt Erfordia verlaufende Fluss sogar den gleichen Namen wie diese Residenz trägt.

Das Ganze versehen mit ein paar netten Bittbriefen führte anno 2011 zum Erfolg. Kurz vor Weihnachten dachten viele Entscheider wieder an den Weihnachtsmann, als noch vor dem Heiligen Abend die Bitten erhört und viele geschenkte Talern und Euronen nach Erfordia gesandt wurden. Man wolle in 10 Jahren sehen, was man mit all dem vielen Geld erschaffen habe.

So kamen die Weisen wieder zusammen und schmiedeten viele Pläne,

...

und viele davon scheiterten.

Zuerst wurde der Nordpark und die Gera-Aue aus der Planung des BUGA-Wegezolls genommen. Warum eigentlich? Denn gebaut wurde trotzdem, nachdem man passend zu einer Gartenausstellung mit der Rodung von Bäumen begonnen hatte. Besucher der BUGA werden dort aber wohl kaum lustwandeln. Für die Puffbohnen natürlich ist ein riesiger Landschaftspark, ein einzigartiges Erholungsgebiet entstanden, das in Thüringen seines Gleichen sucht. Schon deshalb wäre „Kleinod“ bei der Größe eine nicht passende Bezeichnung.

Hochfliegend waren andere Träume. Die Erfurter und ihre Gäste sollten anno 2021 in die Luft gehen, in Gondeln vom Petersberg zur EGA in luftiger Höhe gleiten und schweben. Nur: Die Seilbahn hätte den Weg über die schicken, neugebauten Paläste im Brühl genommen, was die dortigen Bewohner nicht so prickelnd fanden, wenn man ihnen beim Schampus-Schlürfen zuschauen oder gar aus luftiger Höhe in die Suppen spucken könnte.

Auch als Gondoliere "Erfurt zu Wasser erleben" war leider nicht möglich geworden. Mal war es das wenige Wasser in der Gera, dann die Höhenunterschiede des Flusslaufes, dann die Fischtreppe ... dieses Projekt ging quasi auch sprichwörtlich den Bach runter.

Statt dessen fahren nun 14 neue Pferde- oder besser Straßenbahnen die Gäste von A nach B, von der EGA zum Petersberg oder auch Problemberg. So war zumindest der Plan. Die ersten Tramlinks, so der neudeutsche Name dieser hypermodernen Stahlrösser, werden zwar erst Ende Mai die Erfurter Schienen unter ihre Räder nehmen, aber somit haben wir Einheimischen eben länger was von den schicken spanischen Gefährten.

Apropos Problemberg. Ganz früh schon war der Traum ausgeträumt, die Defensionskaserne zu sanieren und ihr neues Leben einzuhauchen. So bleibt dieses Monstrum weiterhin ein Alptraum. Auch die Peter-und-Paul-Kirche wird weiterhin kopflos, äh turmlos bleiben. Denn auch diese kühne Idee, dem Gotteshaus seine beiden Türme zurückzugeben erwies sich als Luftblase. Und der Bastionskronenpfad scheiterte am Ende am jahrelangen Streit, ob das Wäldchen darunter schützenswert sei oder nicht.

Aber das Petersberg-Plateau wurde immerhin neu gestaltet, weil man schnell die Bäume gefällt und somit Platz und Tatsachen geschaffen hatte. Und auch der Aufzug mit dem Petersberg-Entree wurde realisiert. Ein 4 m großer Schriftzug „ERFURT“, der dort integriert wurde, wird ab sofort als Fotomotiv für die Besucher unserer Stadt dienen und spart den lästigen Kauf einer Ansichtskarte. Ähnlichkeiten mit dem Schriftzug „HOLLYWOOD“ sind übrigens rein zufällig und nicht gewollt. Dafür ist das sehr beliebte und dekorative Erfurter Rad, das den Berghang zierte, verschwunden. Warum weiß man nicht. Doch vielleicht „kommt Zeit, kommt Rad“?

Aber es gibt natürlich auch richtige Hingucker wie das Wüsten- und Urwaldhaus Danakil im Egapark. Gut, die Gebäudehülle draußen ist nicht ganz so der architektonische Hingucker, da frieren auch schon mal im Winter die Dachrinnen ein. Und drinnen kann man leider noch nicht hingucken. Auch das kommt hoffentlich noch. Zumal wir Erfurter ja noch Jahrzehnte etwas davon haben werden; und seien es nur die alljährlichen Zuschüsse für die Energie- und Unterhaltungskosten.

Stichwort Unterhaltung. Die steht dagegen leider auch pandemiebedingt nicht unter Strom, läuft momentan noch nicht mal auf Sparflamme. So wird wohl auch kaum etwas aus den gutgemeinten Themenwochen, bei denen sich auch ortsansässige Künstler und Vereine einbringen sollten. Und damit habe ich doch geschickt den Bogen zu unserem Verein gespannt?! Denn viele Leser werden sich fragen, was hat all das mit den Narren vom MKC zu tun?

Nun, so sehr ich meine Heimatstadt mag und ihr den Erfolg der BUGA gönne, so sehr bin ich auch von den Entscheidern enttäuscht, was sie aus dieser großen Sache gemacht haben. Klar, alle Erfurter und Besucher werden einen großartigen Egapark erleben oder auf dem Petersberg spazieren gehen. Sie wissen aber nicht, was noch alles hätte sein können. Aus der Geraueaue und dem Nordpark ist ein richtig ansehnliches Sport- und Freizeitband für uns alle entstanden. Geht aber mal durch den Stadt- oder Luisenpark! Beides zentral in Erfurt gelegen, aber von BUGA ist da nichts zu sehen oder auch nur zu erahnen. Es fehlte in meinen alten Augen an kreativen Köpfen, die innovative Pro- und Objekte in den letzten 10 Jahren entwickelten, die auch umsetzbar waren.

Eben das wünsche ich mir NICHT für unseren Verein; dass nämlich unseren kreativen Köpfen, unseren Trainerinnen der Garden und Balletts, unseren Büttenrednern und Sketcheschreibern, unseren Tüftlern, Bastlern und Näherinnnen, unseren Chören und "mein lieber Herr Gesangsverein", unseren Machern und Entscheidern die Ideen und Innovationen ausgehen. Und wider dem Aphorismus, dass nur derjenige, der nichts macht, auch keine Fehler macht, ist es noch bedeutsamer, diese vielen tollen Ideen einzufangen und vor allem umzusetzen. Denn wie schrieb es schon der ‚olle‘ Goethe: Im Anfang war die Tat!

Bleibt schön närrisch und man sieht sich auf der BUGA 2021! Oder zur Saison beim MKC!!!

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