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Gedanken und Wortspiele eines Jungministers

Hütte
40 Jahre Karneval oder 39 Saisons habe ich hinter mir. Aber noch nie war ich Minister, sondern bin lediglich als Büttenredner oder –schreiber durch die kleinsten Säle des Freistaates gezogen. Ich war quasi ein Karnevalsvagabund. 

Nun wollte ich endlich seßhaft werden und bin bei euch in Marbach gelandet. Zumindest ich bin immer noch sehr froh darüber. Deshalb habe ich nun nach 2 Jahren im Verein und auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Herren zur 1. Onlineversammlung im Mai den Antrag gestellt, Minister beim MKC zu werden. Was mich damit erwartet, hat mir vorher und auch bis jetzt keiner so richtig erzählt. Es wurde und wird nur immer nebulös von schweren Prüfungen und Aufgaben, die auf einen Minister auf Probe warten, geschwafelt.

Schon die Versammlung mit meinem Antrag auf Aufnahme war ein Widerspruch an sich. Zuerst wurde ich gefragt, ob ich nicht was zu sagen hätte, als kurz nach meinem Antrag MM (Minister Micha) darüber philosophierte, dass wir uns doch im Verein um Nachwuchs kümmern müssten. Alter Mann und Nachwuchs ... ne, ist klar. Der klugscheißende Deutschlehrer spricht übrigens bei diesem Wortwiderspruch vom Oxymoron wie „weniger ist mehr" oder wie in meinem Fall alter Jungminister. Ist übrigens auch bei meinem Alterswohnsitz so: Da ziehe ich bewusst in die ALTstadt und wo steht meine Hütte? Im NEUerbe.  

In Gedanken schwebten mir übrigens schon solche Aufnahmerituale wie „Marbach sucht den Superstar“ vor, wo ich mich mit einem Gesangsvortrag zum Obst gemacht hätte. Auch der Song schwirrte schon durch meine Gehirnzellen ... na klar ein passender Karnevalshit wie „Reißt die Hütte ab!"

Oder ich sah mich schon im Steiger ausgewildert, von dem ich ohne technische Hilfsmittel nur zufällig vorbei kommenden Wanderern nach dem Weg fragend zurück nach Marbach finden sollte. Ein Mann und „nach dem Weg fragen" schließen sich schon von Natur aus.

Aber nichts der gleichen. Statt dessen zur nächsten Versammlung im nicht benannten BUGA – Außenstandort Martins Garten Abstimmung zur Aufnahme. Zuerst haben doch die Altminister darüber entschieden, mir die 1jährige Probezeit zu erlassen. Altersdiskriminierend fand ich das ... so als wenn bei einer Bestellung im Internet nach der Alterseingabe die Zahlungsmethode automatisch von Rechnung auf Vorkasse umspringt. Man weiß ja nie bei den langen Lieferzeiten ...

Auch die folgende Zustimmung zur Aufnahme erfolgte übrigens durch die Altminister einstimmig. Erinnerte mich sehr an Abstimmungsergebnisse von 104 % in früheren Zeiten.

Hätte nur noch gefehlt, dass einer im Anschluss „Wir sind die junge Garde“ angestimmt hätte.

Die Jungdinos unter euch erinnern sich bestimmt noch an dieses alte Ritual?

Jetzt bin ich also ohne Aufnahmerituale Minister des MKC. Danke an dieser Stelle für die Zustimmung und „Ja, ich nehme die Wahl an!"

Aber welche Aufnahmeprüfungen muss ich nun als Minister bestehen?  Und wieder wurde nebulös mit schweren Aufgaben, die ich erfüllen müsste, gedroht. Vom Osterhasen und Weihnachtsmann war dabei häufig die Rede. Aber wer glaubt denn in meinem Alter noch an die Beiden?

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